Pflanzenkultur
Beitrag von Jens Scheffler
Oft ist es nur am Baum gelegen, oft an der Gärtner schlechtem Pflegen, - doch Arbeit und des Himmels Segen bringt Flor und Frucht nach Wunsch zuwegen
Anders als im Süden Europas gehören Zitruspflanzen in unseren Breiten zwar zu den anspruchsvolleren Gewächsen, doch können sie bei richtiger Pflege und optimalen Standortbedingungen viele Jahrzehnte gut im Kübel gedeihen.
Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Kultur von Zitrus sind gesunde Pflanzen. Dunkelgrüne, glänzende Blätter, ohne Schädlinge und ein kräftig durchwurzelter Ballen mit hellen Wurzeln deuten auf einen guten Pflegezustand. Im Sommer sollen die Zitrus möglichst im Freien an einem sonnigen und windgeschützten Platz stehen.
Für die Einschätzung des jeweiligen Wasser- und Nährstoffbedarfs sind unbedingt der Standort sowie die Jahreszeit und Witterung zu berücksichtigen. Dabei kommt dem richtigen Gießen eine besondere Bedeutung zu. Während der Vegetationszeit
müssen die Zitrus regelmäßig ausreichend mit abgestandenem Wasser, am besten mit
Regenwasser gegossen werden. Im Winter ist dagegen eher sparsam zu gießen. In jedem Fall aber ist Staunässe zu vermeiden. Sie ist für die Wurzeln schädlich. Überschüssiges Wasser sollte gut aus dem Topf abziehen können.
Für eine ausreichende und ausgewogene Nährstoffversorgung ist es empfehlenswert, in der Wachstumsphase regelmäßig einmal pro Woche mit mineralischem Dünger (Stickstoff-Phosphor-Kalium im Verhältnis 3:1:2) zu düngen. Zusätzlich kann organischer Dünger, wie Hornspäne oder Guano ergänzt werden.
Das Pflanzsubstrat für Zitrus ist schwach sauer mit einem ph-Wert von 5,5 bis 6,5. Es soll einerseits wasserdurchlässig sein, aber gleichzeitig auch Wasser speichern können.
Man kann im Handel erhältliche Zitruserde verwenden. Langfristig ist es jedoch besser, eine eigene Erdmischung herzustellen. In der Regel werden Zitrus alle vier bis sechs Jahre umgetopft. Dabei sollte das neue Pflanzgefäß nur wenig größer als das alte sein.
Mit dem Umtopfen im zeitigen Frühjahr können die Pflanzen geschnitten werden. Regelmäßig erfolgt ein Schnitt zum Aufbau einer entsprechenden Kronenform. Bei älteren Pflanzen kann ein Verjüngungsschnitt von Nutzen sein. Zitrus vertragen auch einen stärkeren Rückschnitt sehr gut. Generell können sie wie Obstbäume
geschnitten werden.
Da oftmals keine optimalen Bedingungen herrschen, ist es wichtig, die Zitruspflanzen regelmäßig zu kontrollieren, um Krankheiten und Schädlinge rechtzeitig erkennen und bekämpfen zu können. Am häufigsten kommen Woll- und Schildläuse sowie Spinnmilben an Zitrus vor. Hier genügt es manchmal schon, die Blätter mit Seifenlauge gründlich abzuwaschen. Im Einzelfall ist es empfehlenswert, sich in Sachen Pflanzenschutz vom erfahrenen Gärtner beraten lassen.
Für Orangeriepflanzen ist die Überwinterung die schwierigste Zeit. Als sonnenverwöhnte Südländer müssen Zitrus, aber auch Lorbeer und Palmen mit den ungünstigen Licht- und Temperaturverhältnissen in den Häusern zurechtkommen. Unterstützt werden sie dabei, indem man die Aktivität ihres Stoffwechsels durch eine relativ niedrige Raumtemperatur und sparsames Gießen reduziert. Die Überwinterung von mediterranen Pflanzen
erfolgt traditionell in Kalthäusern, das heißt bei circa 6 bis 8 Grad Celsius und relativ hoher Luftfeuchte (70–80 Prozent). Erst im Frühjahr sollen die Pflanzen im Freien wieder zu wachsen anfangen. Auch während der Überwinterung müssen die Pflanzen in den Häusern regelmäßig auf Bodenfeuchte, Schädlinge und Krankheiten kontrolliert werden, es muss gelüftet und an kalten Tagen entsprechend geheizt werden.
Lorbeerstämmchen im Terrakottagefäß
Foto 2003 © S. Borgmann